Gewalt ist keine Privatsache – auch nicht in Lehen

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„StoP“ ist ein erfolgreiches Konzept, um Partnergewalt zu bekämpfen! Das Konzept wird nach zahlreichen Standorten in Deutschland auch in Österreich umgesetzt. Weil Gewalt keine Privatsache ist, zielt das das Konzept darauf ab, die Lücke zwischen Gewaltschutz und Gemeinwesenarbeit zu schließen. Dieser Artikel informiert Leser*innen über das Konzept und berichtet von dem erfolgreich umgesetzten Projekt im Salzburger Stadtteil Lehen.

Von Amelie Arrer & Duygu Korkmaz

Weil Gewalt keine Privatsache ist, erarbeitet Frau Professorin Dr.in Sabine Stövesand das Konzept von StoP in Deutschland. Seit 2010 konnte das Konzept bereits in zwölf Stadtteilen in Deutschland umgesetzt werden. Mithilfe bereits gewonnenen Erfahrungen in Deutschland konnte das Konzept in Österreich auch erfolgreich durchgeführt werden. Die Projekt-Koordinator*innen wurden von Frau Pr. Dr. Sabine Stövesand in Wien ausgebildet. Das Konzept von StoP schließt die Lücke zwischen Gewaltschutz und Gemeinwesenarbeit. 

Die StoP-Fortbildung besteht aus vier Modulen, die eine Vielzahl an Themen wie zum Beispiel Formen, Verläufe und Ursachen von Partnergewalt, Analyse, Aktivierung und Empowerment von Nachbarschaften, gendersensible, alltagsorientierte Bildungsarbeit mit Gruppen, Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit im Stadtteil und vieles mehr behandelt. 

StoP in Österreich 

Nachdem StoP im Jahr 2019 erstmals in Wien-Margareten als Pilotprojekt vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser umgesetzt wurde, hat sich das StoP Konzept nun in 15 Stadtteilen in acht Österreichischen Bundesländern verbreitet. Die Stadt Salzburg hat federführend als eine der ersten Kommunen in Österreich das Konzept als Modell im Stadtteil Lehen umgesetzt.

Der Stadtteil Lehen sagt StoP zur Partnergewalt!

Frau Dr. Andrea Hohenwarter, des Bewohner Service Lehen hat die umfangreiche StoP-Ausbildung in Hamburg bei Frau Dr. Professorin Stövesand absolviert, und engagiert sich nun, in Lehen eine Community aufzubauen, um einen bedeutenden Beitrag gegen die Partnergewalt zu leisten. Trotz der begrenzten Ressourcen, die das BWS Lehen zur Verfügung stellen kann, hat das Projekt Fahrt aufgenommen!

Regelmäßiger Frauentisch: Seit Anfang des Jahres wird regelmäßig ein Frauentisch zum Thema von Frau Dr. Hohenwarter geleitet. Die zehn Teilnehmerinnen sind engagierte Bewohnerinnen des Stadtteils, aus verschiedenen Altersgruppen und mit unterschiedlicher Herkunft, die zum großen Teil auch bei anderen Sozialprojekten des BWS (Stadtteilmütter, Vertrauensnachbar*innen etc.) aktiv sind. 

Der Frauentisch dient zum Austausch, aber auch zur Vernetzung und (Weiter)bildung der Gruppe. So werden öfter Gäste eingeladen, wie zum Beispiel die Polizei Lehen, Lektor*innen der FH Salzburg etc.

Natürlich spielt die allgemeine Vernetzung eine große Rolle, so steckt viel Energie und Zeit von Frau Dr. Hohenwarter auch darin, ein breites Netzwerk (mit dem Männerbüro, der Akzente Jugend, Schulen der Umgebung, Polizeistation Lehen, FH Salzburg, Frauenhäuser, Beratungsstelle Männerwelten, Gewaltschutzzentrum Salzburg, und im Allgemeinen auch mit wichtigen Persönlichkeiten des Stadtteils) aufzubauen. Mit Letzteren wurde eine große Kampagne gestartet, bei der sich bekannte Persönlichkeiten von Lehen auf Plakaten mit einem Foto und einem Statement öffentlich gegen Partnergewalt bekennen. Diese sollen aktiv in der Nachbarschaft sein, informiert und sensibilisiert sein, beobachten und weitergeben, konstituieren, sich gegen Gewalt positionieren (Vorbildfunktion) leisten. Die Plakate können Ende Mai überall in Lehen gefunden werden.

Und hier kommen wir ins Spiel! Duygu Korkmaz und Amelie Arrer – zwei Studentinnen des FH-Master-Studiengangs “Soziale Innovation”. Im Rahmen des Kurses “Praxisprojekt” geleitet von Frau Mag. Dr. Daniela Molzbichler, haben wir uns dafür entschieden, Frau Dr. Andrea Hohenwarter in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Nach einer Vielzahl an Ideen, wie wir zum Projekt beitragen könnten, haben wir uns für eine der ersten Intuitionen entschieden: das Hilfeangebot von StoP für die diversen Betroffenengruppen zugänglich bzw. bekannt zu machen. So haben wir uns zum Beispiel mit Frau Felice der HOSI vernetzt und planen eine Präsentation im Rahmen der StoP-Österreich-Konferenz sowie beim Frauentisch. Wir erhoffen uns, damit einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten zu dürfen!

StoP möchte weiterwachsen!

Wenn Sie sich für eine mögliche Kooperation interessieren, melden Sie sich gerne unter andrea.hohenwarter@stadt-salzburg.at

Was können Sie als Nachbar*innen tun?

  • Nachbar*innen diesen Folder geben, wenn Sie sie das nächste Mal treffen
  • Einen StoP-Aufkleber* an Ihre eigene Tür oder das eigene Fenster kleben.
  • Sich mit Ihrer Familie und Freund*innen zusammentun und überlegen, wie Sie helfen können. 
  • Sich an eine Beratungsstelle wenden.  
  • Nicht wegschauen – Zivilcourage zeigen! Notruf wählen.

* Die Unterlagen über das Projekt können unter folgendem Link: https://www.stadt-salzburg.at/fileadmin/user_upload/20222/stop_a6_1-10presse.pdf  gefunden werden oder unter die E-Mail-Adresse andrea.hohenwarter@stadt-salzburg.at angefordert werden.

Notruf- und Hilfenummern von einigen Beratungsstellen:

Gewaltschutzzentrum Salzburg: 0662 870 100

Notruf Polizei: 133

Frauennotruf Salzburg – Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt: 0662 88 11 00

Frauenhelpline gegen Gewalt: 0043 800 222 555

ARGE Schutzunterkünfte Frauenhaus Salzburg: 0662 87 02 11-60

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